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DNEŠNÍ STAV JOSQUINSKÉ OTÁZKY

Ivan Vávra
Listy filologické / Folia philologica
Roč. 80, Čís. 2 (1957), pp. 253-257
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/23460295
Page Count: 5
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DNEŠNÍ STAV JOSQUINSKÉ OTÁZKY
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Abstract

Die Anonymität der sog. Musik des Josquin, deren Vorwort mit Prostějov 1561 datiert ist, was bisher Gegenstand mehrerer Hypothesen: J. Jireček (1875) vermutete in ihrem Autor einen unbekannten Hugenottenflüchtling, O. Hostinský (1896) den Buchdrucker und Gehilfen Blahoslavs Václav Solín. V. Gregor (1954) schrieb dieses Werk dem Pfarrer von šumperk (Schönberg), Jusquin vom Holz, zu, während F. M. Bartoš (1956) den Maler Jan červenka aus der Familie des Bischofs der Böhmischen Brüdergemeinde Matěj červenka als Verfasser betrachtet. Eine wichtige Stellung in der Josquin-Forschung nimmt L. Dolanský (1901) ein, der die Vermutungen O. Hostinskýs wiederlegt. F. M. Bartoš schließlich bringt gegen die von V. Gregor vertretene Hypothese wichtige Einwände vor. Allgemein wird gegenwärtig der Autor der Josquinschen Musik als ein Mitglied der Brüdergemeinde, und sein Werk aus dem Jahre 1561 daher als ein der Musik des Blahoslav aus dem Jahre 1558 konkurrierendes angesehen. Eine neuerliche Revision dieses Fragenkomplexes bringt folgende Erkenntnisse und Anregungen: — Jan Josquin wird in der Matrik der Wittenberger Universität zum 30. April 1563 angeführt und als seine Heimat ausdrücklich Mladá Boleslav (Jungbunzlau) angegeben. Sein ursprünglicher Name und die unter dem Pseudonym Jan Josquin verborgene physische Person ist also hier zu suchen. — Die Musik des Josquin übernimmt zwar Gesänge aus dem Kanzional der Böhmischen Brüder, zitiert aber ihre lateinischen Titel, deren Ursprung außerhalb der Brüdergemeinde liegt, weshalb die Vermutung der Brüderkonfession ihres Autors aufgegeben werden muß. Die Musik entstand im Rahmen der zeitgenössischen Renaissance des mehrstimmigen kirchlichen Kunstgesanges der böhmischen Utraquisten, die sich in der Gründung von Sängergenossenschaften ausdrückte und einen Nachhall ähnlicher Bestrebungen der lutheranischen Kirche (Wittenberg und seine damalige gesangstheoretische Produktion) vorstellt. — Als Autor der Musik wird der aus Mladá Boleslav (Jungbunzlau) stammende Lehrer und später utraquistische Priester Jan Facilis bezeichnet. Diese komplizierte Persönlichkeit befindet sich in den kritischen Jahren im Bereiche der Sängergenossenschaften von Prostějov (Prossnitz) und Boleslav (Bunzlau). Er komponierte sogar ein vierstimmiges Lied auf Worte Ovids. Das Pseudonym Jan Josquin führte er während seines Aufenthaltes als Vetriebener im Mähren.

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