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PŮVOD STAROČESKÉ ROZPRÁVKY O UHLÍŘOVĚ POSUŇKOVÉ DISPUTACI VE FRANTOVÝCH PRÁVECH

Čestmír Studna
Listy filologické / Folia philologica
Roč. 84, Čís. 2 (1961), pp. 264-276
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/23463136
Page Count: 13
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PŮVOD STAROČESKÉ ROZPRÁVKY O UHLÍŘOVĚ POSUŇKOVÉ DISPUTACI VE FRANTOVÝCH PRÁVECH
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Abstract

Die Studie vom Ursprunge des Schwankes von Köhlers Zeichendisputation im altböhmischen Schelmenzunft „Frantova práva“ (1518) ist ein Teil bisher nicht veröffentlichter Arbeit, in welcher der Autor die Weltverbreitung der Fabule „der Zeichendisputation zwischen einem Gelehrten und einem Ungelehrten“ verfolgte. Die Grundlage ist detaillierte Analyse von 16 typischen Varianten und zwar teils europäischer (die älteste bekannte Version bei Accursius (1228), altböhmische Version in Frantova práva, Rosenplüts Facetie, litauische, englische, holländische, dann jüdische Version aus Mecklenburg, böhmische Volkserzählung und besonders interessante nichtliterarische Version, nämlich Theaterauftritt zweier Komiker in polnisch-russischen Intermedien des 17. Jahrhunderts), teils orientalischer Versionen (arabische, türkische, indische u. khmerische Version). Die Verfolgung der Existenz einiger charakteristischen Elemente (Art und Bedeutung der Geste, besondere Zeichen der Disputierenden usw.) enthüllten bisher unbekannte Verwandtschaftsbeziehungen unter bestimmten Versionen und führen auch zu weiteren Schlüssen was den Ursprung und die Verbreitung dieser Fabule betrifft. (Das Vorfinden einiger Elemente ist in der abgekürzten Tafel I. enthalten.) Eine von diesen neuen Schlußfolgerungen betrifft eben die altböhmische Version, von der es bisher galt, daß als Vorlage für sie Rosenplüts Facetie in Versen war (Fr. Spina hatte auf Grund dieses einzigen „Beweises“ das ganze Frantova práva in den Strom der deutschen Renaissanceliteratur eingereiht). Die ausgeführte Vergleichung der altböhmischen Version teils mit Rosenplüts Facetie („Disputaz eines Freiheits mit einem Juden“), teils mit der lateinischen Glosse von Accursius, welche die älteste bekannte europäische Version ist, entwurzelt vollkommen die Schlußfolgerungen Fr. Spina's. Sie beweist, daß sich die Ähnlichkeit zwischen der Version Rosenplüts und der altböhmischen Version nur auf den Gesamttyp der Fabule beschränkt und was die Einzelheiten betrifft, daß beide Versionen nur in solchen Elementen übereinstimmen, welche sich auch in der Reihe anderer Versionen vorfinden. Von den für Rosenplüts Version spezifischen Elementen enthält die altböhmische Version nicht einen einzigen! Zu ähnlichen Schlüssen führt die Vergleichung der Facetie Rosenplüts mit Accursius. Rosenplüt hatte die Version von Accursius nicht gekannt. In diesem Falle war also Spina's Ansicht richtig. Im Gegenteil zeigt aber der Vergleich der altböhmischen Version mit dem Text der lateinische Glosse von Accursius, daß der Autor von Frantova práva direkt aus Accursius schöpfte. Er übernahm daraus fast ohne Änderung das Grundschema der Zeichendisputation (Spuren der Übernahme durch Vergleich beider Texte sichergestellt), besonders aber hatte er ein ganz spezifisches Element, die Vertauschung von 2 Fingern für 3 [„stultus... elevavit duos (sc. digitos) et cum eis elevavit etiam pollicem, sicut naturaliter evenit,... Graecus autem credidit quod trinitatem ostenderet“], einschließlich der identischen Erklärung dieser Geste, übernommen. Der Einfluß des lateinischen Originals zeigt sich an eben dieser Stelle des altböhmischen Textes besonders klar. Die Analyse aller drei Versionen hat den deutschen Einfluß vollkommen ausgeschlossen; sie hat im Gegenteil den direkten Einfluß der lateinischen Glosse in der juristischen Schrift von Accursius bewiesen. (Wirft es vielleicht — da die angeführte Glosse ganz unauffällig ist — auch etwas neues Licht auf die strittige Person des Autors von Frantova práva?) Auch nach der literarischen Seite bringt dieser Vergleich eine neue Aussicht: er zeigt, daß die altböhmische Version weithin die Version Rosenplüts übertrifft und aus vielen Gründen (Selbständigkeit, Bau, Logik der Handlung, Einrahmung in gleichzeitige Gesellschaftsprobleme) sich auch über die übrigen Versionen hebt.

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