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Antika v díle Jiřího Kuběny

MARTIN C. PUTNA
Listy filologické / Folia philologica
Vol. 119, No. 1/4 (1996), pp. 88-100
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/23466989
Page Count: 13
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Antika v díle Jiřího Kuběny
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Abstract

Der Aufsatz Die Antike im Werk des Jiří Kuběna erörtert die Funktion der antiken Motive bei dem genannten, “heimlich berühmten” und stark kontroversen tschechischen Dichter (geb. 1936). Kuběnas Werk ruht immer noch teilweise in Handschriften, eine Anzahl davon hat der Dichter dem Autor des Aufsatzes zugänglich gemacht. — Die wichtigste Funktion der Antike bei Kuběna besteht in der Idealisierung und Poetisierung der homosexuellen Beziehung. Im Gegensatz zu manchen Autoren, die sich der Antike zu gleichem Zweck bedienen, benutzt Kuběna nicht die dekadente römische, bzw. hellenistische Antike, sondern das archaische und eher noch vorhistorische, mythische Griechenland: Nur diese kulturelle Formation scheint ihm als das Modell einer positiv, freundlich angenommenen Homosexualität stehen können. — Die zweite Funktion: Die Antike als “Altes Testament” des Katholizismus. Kuběna, ein heftiger Antisemit, ersetzt durch die Antike das jüdische Alte Testament. Er erdichtet deshalb, im Stil der mittelalterlichen allegorischen Exegese, eine Reihe von Paralellen zwischen Personen und Motiven der Antike und des Neues Testaments (Doryforos — der heilige Soldat Longinos, Zeus und Ganymedes — Christus und Apostel Johannes). — Abgesehen von dem ganzen komplizierten System der Kuběnaschen Ideologeme spielt die Antike noch eine wichtige Rolle in seiner Poetik im engeren Sinne: Kuběna will durch einem Komplex bestimmter Assoziationen (weiß, Marmor, Kühle, kaltes Wasser der Fontanen und Quellen usw.) ein gewisses “Gefühl der Antike”, und zwar einer “klassizistischen Hölderlinschen” Antike, im Leser hervonrufen. Die ganze Struktur der Kuběnaschen Poesie entspricht dem, was Oswald Spengler im seinem Untergang des Abendlandes “apollinische Kunst” nennt.

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