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Der Konvoi der Sonnenschiffe in den Pyramidentexten

Hartwig Altenmüller
Studien zur Altägyptischen Kultur
Bd. 32 (2004), pp. 11-33
Published by: Helmut Buske Verlag GmbH
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/25152904
Page Count: 23
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Der Konvoi der Sonnenschiffe in den Pyramidentexten
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Abstract

Die Bilder der Schiffahrt in den Gräbern des Alten Reiches weisen zwei verschiedene Bedeutungsebenen auf. Auf der Ebene der direkten Anschauung zeigen sie die reale Fahrt des Grabherm in Segel- und Ruder-schiffen auf dem Nil, die meist in einem Konvoi aus zwei Schiffen vor sich geht. Auf der zweiten Ebene sind sie mit einer symbolischen Bedeutung verbunden. Auf dieser Ebene wird die Fahrt der Schiffe als eine Fahrt des verstorbenen Grabherrn über den Tages- und Ṅachthimmel auf einem "himmlischen Nil" erklärt. Den Prototyp für die Tages- und Nachtfahrt des Grabherrn liefert der Sonnenlauf, der ebenfalls in Form einer Schiffahrt über den Himmel gedacht ist. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wird die Struktur der sog. Schilfbündelsprüche der Pyramidentexte untersucht. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Fahrt der Schilfbündelflöße des Sonnengottes ähnlich konzipiert ist wie die Fahrt des verstorbenen Grabherrn in den Schiffszenen des Alten Reiches. Der Sonnengott überquert den Himmel in einem Konvoi aus zwei Flößen, von denen das eine die Bedeutung eines Nachtfloßes des Re und das andere die eines Tagesfloßes des Harachte besitzt. Die Fahrt der beiden Flöße führt zum Osthorizont. Sie geht als Nachtfahrt vor sich und erweist sich dadurch als ein Vorläufer der Unterweltsfahrt des Sonnengottes, deren Verlauf im Neuen Reich in etwas anderer Form in den Unterweltsbüchern beschrieben wird.

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