Access

You are not currently logged in.

Access your personal account or get JSTOR access through your library or other institution:

login

Log in to your personal account or through your institution.

Der Junge Herder und Hamann

J. F. Haussmann
The Journal of English and Germanic Philology
Vol. 6, No. 4 (Sep., 1907), pp. 606-648
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/27699876
Page Count: 43
Subjects: Language & Literature
  • Download PDF
  • Add to My Lists
  • Cite this Item
Der Junge Herder und Hamann
We're having trouble loading this content. Download PDF instead.

Notes and References

This item contains 44 references.

[Footnotes]
  • 1
    In diesem Aufsatz möchte ich eine Sammlung von Lesefrüchten bieten, um dadurch die Abhängigkeit des jungen Herder von Hamann in ein schärferes Licht zu rücken, als das bei Haym und andern soweit geschehen ist. Ich be- schränke mich hier zunächst auf die kleineren Abhandlungen, mit denen Herder seine schriftstellerische Tätigkeit eröffnet, und auf das erste grössere Werk, das seinen literarischen Kuhm begründet hat, die "Fragmente."
  • 1
    Vgl. Otto Hoffmann, Herders Briefe an Joh. Georg Hamann. Berlin, 1889. S. 2.
  • 2
    Vgl. hierzu den sehr bezeichnenden Brief Mendelssohns an Herder vom September 1781. (Aus Herders Nachlass II, 226).
  • 1
    Eudolf Haym, Herder i, S. 61.
  • 3
    Arnold E. Berger, Der junge Herder und Winckelmann. Halle a. S. 1903. S. 16.
  • 3
    Mit dieser Abkürzung ist Suphans Herderausgabe bezeichnet, nach der alle Citate gegeben sind.
  • 4
    Ich citiere nach der Gesamtausgabe der Winckelmannschen Werke, die von C. L. Ferdow begonnen, von Heinrich Meyer und Johann Schulze fort- gesetzt, in 8 Bänden (Dresden, 1808–20) erschienen ist. Ich bezeichne diese Ausgabe mit WW.
  • 1
    Vgl. dazu aus Herders erster Königsberger Schulrede: "Est totum corpus nervus, est tota anima ignis ac flamma" etc. (SWS. 30, 4). Herder bringt das in den Fragmenten wieder (1, 138 und 144).
  • 3
    Hamanns Schriften, hrsg. von Fr. Both (Berlin, 1821–25). Nach dieser Ausgabe ist auch weiterhin citiert.
  • 1
    Bei Winckelmann erscheint allerdings die Beschaffenheit der Sprache und ihrer Werkzeuge durch den "Einfluss des Himmels" bedingt und die mensch- liche Gestalt wie die besondere Denkart durch die Natur des jeweiligen Landes, während "die tiefere psychologische Verknüpfung von Sprache und Denkart bei ihm noch nicht vollzogen ist" (vgl. Berger a. a. O., S. 13).
  • 1
    Kants Werke, hrsg, von Hartenstein, 8 Bde. (Leipzig, 1867–68), 2, 279.
  • 1
    So hatte auch Winckelmann behauptet (vgl, WW. 3, 6),
  • 1
    Diesen Ausdruck will Berger (S. 22) für Winckelmann in Anspruch neh- men; vgl. indessen Suphans Bemerkung zu "ganz Ohr, ganz Seele" u, s, w. SWS. 4, 508 f.
  • 1
    Hatch, ' Shaftesburys Einfluss auf Herder.' Studien zur vgl. Litt. G. I, (1901), S. 112 f.
  • 1
    Vgl. SWS. 8, 41, und Herders anmutiges Gedicht: "Die Erfinderin der Künste," SWS. 29, 123; sowie die Anmerkung dazu ebd. S. 726.
  • 2
    'Discours sur 1' origine de I'inégalité.'
  • 1
    Vgl. C. Jaskulski, 'Über den Einfluss der vorkritischen Ästhetik Kants auf Herder' (Ztschr. f. d. sterr. Gymn. 51, 1900, S. 193ff.).
  • 2
    Vgl. die Anführung des Humeschen Urteils über die geistige Inferiorität der Neger (S. 48) mit Kant vii, 435; die Bemerkung über den Ursprung der Männerurteile über weibliche Schönheiten (S, 50) mit Kant vii, 416; das Wort von den Lilien, die nicht spinnen (S, 52) mit Kant vii, 429; endlich die ganze Partie (S, 50–53) mit Kant vii, 414 ff. Vgl. ausserdem Suphan, Die Rigischen Gelehrten Beiträge etc., (Zeitsch, f. d, Phil, vi, 80f.) und dessen Aufsatz "Herder als Schüler Kants" (Zeitschr. f. d. Phil, iv, 233 ff,).
  • 1
    Ähnlich hat dann Klopstock das Recht und die Würde der christlichen Kunst gegenüber Winckelmanns Griechenvergötterung betont. Seine Kritik der "Gedanken über die Nachahmung" im 3. Bande des "Nordischen Auf- sehers" (vgl. dazu SWS. 3, 249 ff.) ist am bequemsten zugänglich bei Back und Spindler: Klopstocks sämmtliche sprachwissenschaftliche und ästhetische Schriften (Bd. 4, S, 125 ff., Leipzig, 1830),
  • 1
    Ein gesuchtes Bild, charakteristisch für den Stil der Fragmente, der von denselben wimmelt. Auch in seiner schriftstellerischen Manier erscheint Herder hier abhängig von Hamann, dessen Schriften von einem grossen Reichtum oft weithergeholter Bilder zeugen. Hier nur ein Beispiel: "Der Klagdichter nimmt so viele historische Züge zusammen, als das holländische Wappen Pfeile in seiner Tatze, oder der Vogel Jupiters Strahlen in seiner Klaue trägt" (B. 2, 170). Vgl. übrigens meine Arbeit: Untersuchungen Über Sprache und Stil des jungen Herder. S. 79 ff.
  • 2
    Vgl. SWS. 1, 6: "Die ersten Wörter, die wir lallen, sind die Grundsteine unsrer Erkenntnis und die Wärterinnen unsre ersten Lehrer der Logik."
  • 1
    Blackwell, Untersuchung über das Leben und die Schriften Homers. London, 1757. Wie hoch Herder das Buch schätzte und wie viel er demselben ver- dankte, zeigen eine ganze Reihe von Stellen in seinen Schriften, wo er daraus citiert. (Vgl. übrigens Havm i, 139, Anm.).
  • 1
    Hier berührt sich diese Ausführung mit dem Aufsatz "Abhandlung über die Ode" (SWS. 32, 62).
  • 2
    Im 26. Stück des Nordischen Aufsehers. Back und Spindler. Bd. 4, S. 13 ff.
  • 3
    Vgl. den Brief Herders an Hamann (August 1764): "Meine poetische Ader versiegt: die Schwalbe, die nicht mehr singen konnte, lernte bauen. Mir fehlen Musen äusserlich, die mich begeistern, und schon 7 Tage sitze ich im Stillschweigen der Väter, wenn fahren Worte geflügelt heraus?" (Hoff- mann a. a. O., S. 7).
  • 1
    Lenzens Abhandlungen ' Über die Bearbeitung der deutschen Sprache im Elsass* (Schriften, hrsg. v. Tieck 2, 318 ff.), und 'Über die Vorzüge der deutschen Sprache ' (ebd. 2, 326 ff.) sind, oft bis auf den Wortlaut, von diesen Ausführungen Herders abhängig. Letztere Schrift ist auch von Hamann beeinflusst. In einem demnächst im Euphorion erscheinenden Artikel habe ich diese Abhängigkeit nachgewiesen.
  • 1
    Herder liebt Bilder aus dem Bergmannsleben. Die Sprache wird bei ihm gerne als vergrabener Schatz gedacht; auch Hamann verwendet gern den Ver- gleich der Sprache mit einem öffentlichen Schatz (vgl. meine Arbeit: Unter- suchungen über Sprache und Stil des jungen Herder. S. 85).
  • 1
    Vgl. noch: "O ihr Herolde allgemeiner Regeln ! wie wenig versteht ihr die Kunst und wie wenig besitzt ihr von dem Genie, das die Muster hervor- gebracht hat, auf welche ihr sie baut, und das sie übertreten kann, so oft es ihm beliebt" (R. 2, 431).
  • 2
    Fast wörtlich kommt Herder im " Torso " darauf zurück. " Freilich ist die Einfalt der Alten der erste Vorzug ihres Stils, dass sie nicht in Bildern reden, sondern Bilder geben " (SWS. 2, 278),
  • 1
    Fast dieselben Worte gebraucht Herder in der "Abhandlung über die Ode." Die Kadenzen unserer Kinder- und Bauerlieder sind einfältig und einschmeichelnd monotonisch" (SWS. 32, 71).
  • 1
    überhaupt scheint sich die Kälte oder Opposition gegen Lessing in den Fragmenten von Hamann auf Herder vererbt zu haben. Hamann sagt: 'Wer Lessing mit Nutzen lesen und von ihm lernen will, der muss ihn mit mehr Gleichgültigkeit ansehen, als er den Breitinger. Wehe dem, der solche Köpfe nachahmen will ! Wehe dem, der sich untersteht, sie anzugreifen, ohne sich einer Überlegenheit mit Recht anmassen zu können !' (R. 3, 20).
  • 1
    Goethe hat das Lieblingscitat Hamanns durch Herder kennen gelernt.
  • 2
    Goethe ist bekanntlich den Aufforderungen Herders nachgekommen in den bekannten Oden in freien Rhythmen. (Vgl. übrigens J, Minor, J. G. Hamann, Frankfurt a. M., 1881, S. 44).
  • 1
    Dieser Ausdruck stammt von Abbt und der folgende von Mendelssohn.
  • 2
    Vgl. noch, was Hamann (B. 3, 56), von der Inversion mitteilt.
  • 3
    In der Vorrede dieser Schrift erklärte Wegelin ausdrücklich, "dass es ihm überhaupt genug wäre, sich denen verständlich zu machen, die ihn verstehen sollten." Hamann hat die Abhandlung in der Königsberger Zeitung vom 4. Mai 1764 recensiert (vgl. JB. 3, 279ff.).
  • 1
    Vgl. hierzu die Anmerkungen Suphans SWS. 1, 537 und 538.
  • 1
    Dasselbe Schlagwort pflanzt sich von Hamann durch Herder auf den jungen Goethe fort. Dieser notiert sich den Gedanken in sein Strassburger Tagebuch: "Wer in einer fremden Sprache schreibt oder dichtet, ist wie einer, der in einem fremden Hause wohnt." (Vgl. Minor a. a. 0., S. 39).
  • 1
    Herder trug sich selbst mit der Hoffnung und dem Vorsatz, ein zweiter Winckelmann zu werden: 'Welch ein Wunsch wäre es, in Weisheit und Dichterei der Griechen nur selbst das sein zu können, was Winckelmann in Absicht auf die Erklärung ihrer Kunst geworden i ' (SWS. 4, 216),
  • 1
    Ähnlich noch SWS. 1, 6, 50, 400, 401.
  • 1
    Ein Lieblingswort Hamanns : jB. 3, 82, 108, 126; auch oft bei Herder,
  • 2
    Welchen Anteil Kants analytische Methode an diesen Ausführungen hat, kann man bei Haym (Herder 1, 42 ff,) nachlesen.
  • 1
    Es ist bekannt, wie hinreissend diese Ausführung auf den jungen Goethe wirkte.
  • 1
    Herder spricht hier zuerst den Gedanken an die Möglichkeit einer ganz neuen Mythologie aus. Wie derselbe später von Fr. Schlegel und Schelling weiter ausgeführt und schärfer zugespitzt wurde, hat Haym (Die romantische Schule, & 648 f. und 692 f,), klar dargelegt.