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Über die Stellung des starken attributiven Adjektivs im Deutschen

Albert Morey Sturtevant
The Journal of English and Germanic Philology
Vol. 17, No. 3 (Jul., 1918), pp. 329-345
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/27700886
Page Count: 17
Subjects: Language & Literature
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Notes and References

This item contains 32 references.

[Footnotes]
  • 1
    Vgl. Deutsche Grammatik, III. Abteilung, 2. Hälfte, §343, Fussn., S. 734
  • 2
    This reference contains 8 citations:
    • Vgl. z. B. thaz er gigarawe thie liuti wirdige Otfrid I, 4, 45
    • Ebenso, er leh thaz gadum garawaz Otfrid IV, 9, 12
    • Vgl. weiter Ih deta ein werk mdraz Otfrid III, 16, 33
    • Otfrid III, 20, 168
    • vgl. sie duent iz filu suazi Otfrid I, 1, 21.
    • vgl. Kelle, Glossar der Sprache Otfrids, S. 85
    • Erdmann, Untersuchungen über die Syntax der Sprache Otfrids, II, §159, S. 132 f.
    • Halle, 1882
  • 3
    Deutsche Grammatik, Bd. IV
  • 4
    Vgl. z. B. chûmig Un ihjârô Otfrid I, 4, 49: mihhel ist ir ubïlî, II, 12, 90; thaz wir birun al gelîh III, 3, 17; sie sint wortâ flîzîg I, 1, 107; tie wellen werden gewaltig. Notker, Bth. 98a, usw.; vgl. Grimm, S. 566.
  • 5
    Vgl. z. B. thu bist al hônêr Otfrid III, 20, 163; thaz er suntilôsêr sí III, 17, 39; saligê birut ir Tatian 22, 16, usw.; vgl. Grimm, S. 566 f.
  • 6
    Vgl. z. B. Krist guatêr Otfrid II, 8, 7; edilthegan guater II, 12, 1; thiob hebigêr IV, 2, 29; thie êwarton allê, 25, 5, usw.; vgl. Grimm, S. 565.
  • 7
    Vgl. z. B. guot boum Tatian 41, 3, 4; guot man Tatian 41, 5. 62, 11; ein holz smid Notker, Cap. 312a; Hob herer on mine Otfrid II, 15,18, usw; vgl. Grimm, S: 564.
  • 8
    Vgl. z. B. ein hêristo Tatian 60, 1 ; ein êwarto Otfrid I, 4, 2; sîn hûs Tatian 2, 11. 62, 6. Die flektierte Form hat aber Otfrid viel häufiger als Tatian be- sonders beim Neutr. sg.; so z. B. sînaz körn I, 1, 28; sînaz muat II, 12, 81; sînaz hûs IV, 7, 58. Vgl. Wilmanns, ibid., §346, S. 743.
  • 9
    Vgl. z. B. in ir o sammunghe Isidor 65, 4; iro meghine Isidor 39, 4; in iro sante, Otfrid I, 1, 72; in ir o gizungi Otfrid I, 1, 116, usw.
  • 10
    Dieses geschah nur äussert selten. Das einzige Beispiel, das mir noch begegnet ist = zi truhtine gote iro nach dem lat. ad dominum deum ipsorum Tatian 2, 6.
  • 11
    Ebenso steht im alts. Heliand das pron. Adj. bald vor, bald nach dem Subst., der Gen. der Pron. (is, im, iro) hingegen immer vor demselben: z. B. mid thînun wordun 143, fraon sines 109, aber mid is w or dun 114, is engil 119, usw.; vgl. Grimm, S. 505.
  • 12
    Vgl. z. B. 1) Am Versende reimend thaz wir ein sculun sîn ih inti fater min ! Int ih seal thir sagen, chind mîn, thu bist forasago sin. Wola druhtin min, ja bin ih scale thin, usw. Ill, 22, 64; I, 10, 19; I, 2 1. 2) Innerhalb des Verses fater min III, 22, 29a; ther bruader min III, 24, 52a; druhtin unser guato (voc.) II, 21, 27a; druhtin unser II, 4, 67a und II, 11, 43b; sunta mino III, 1, 29a, usw.
  • 13
    Vgl. Grimm, S. 403: "Man hüte sich, diese dem subst. nachgesetzten possessiva für gen. des persönl. pron. zu halten; das wäre eine völlig undeutsche Fügung."
  • 14
    Vgl. z. B. gôd ist unsis her wisan L. 9, 33; hwan aggwu þata daúr Matth. 7, 14; hardu ist þata waúrd Joh. 6, 60, usw.
  • 15
    Vgl. z. B. das got. ni magt ain tagl hweit aiþþau swart gataujan Matth. 5, 36 mit dem ahd. thû ni mäht ein hàr thés fahses wîzaz (flektiert) gituon odo suarz (unflektiert) Tatian 30, 4.
  • 16
    "Die flectierte (Form) geht voraus: allata leik thein Matth. 5, 29. 30" 6, 22.33. seltenste formel." Vgl. auch meinata mêl Joh. 7, 8. Viel häufiger aber folgt ait flektierte Form, so z. B. fairguni háuhata L. 4, 5; wein niujata Matth. 9, 17. L. 5, 37; wein juggata Matth. 9, 17. Mc. 2, 22. L. 5, 38; akran waírlpata L. 3, 8, usw.
  • 17
    Zwar scheint im Got. das attributive Adj. überhaupt die Stellung hinter dem Subst. zu bevorzugen, doch liegt bei der Voranstellung die mit -ata flek- tierte Form so viel seltener als die unflektierte vor, dass man wohl annehmen darf, dieser Umstand sei dem Bestreben zuzuschreiben, das attributive Adj. vom Prädikatsadj. der Form nach zu unterscheiden, denn bei der Voranstellung ist die pronominale Endung nicht nötig, wohl aber bei der Stellung hinter dem Subst., um das attributive Adj. vom Prädikatsadj. zu unterscheiden. Die Formen auf -ata waren zunächst für das attributive Adj. gebildet (vgl. Wil- manns, ibid., §344, Anm. 3, S. 740).
  • 18
    Vgl. z. B. waúrd is L. 4, 32; bi akranam izê Matth. 7, 16; [Unrepresented Characters]handu izôs Mc. 1, 31. Wenn aber ein Adj. mit vorkommt, darí der Gen. des persönlichen Pron. auch vor dem Subst. stehen, so z. B. vgl. þaim weiham is apaustaulum gegen die griech. Stellung des [Unrepresented Characters](unk) hinter dem Subst., [Unrepresented Characters] [Unrepresented Characters]3, 5.
  • 19
    Vgl. z. B. jabai hwas mein waúrd fastai gegen die griech. Wortstellung [Unrepresented Characters]Joh. 8, 52 und unté meinota m él ni naúh usfulliop is gleich dem griech. [Unrepresented Characters]Joh. 7, 8.
  • 20
    Vgl. z. B. das gôt. akran gôd Matth. 7, 19; mêl mein Joh. X, 6 ebenso wie waúrd is L. 4, 32 und das ahd. guot boum Tatian 41, 3; sin hûs 2, 11 ebenso wie ira_namo uuas Elisabeth (gegen die lat. Wortstellung nomen ejus Elisabeth) 2, 1.
  • 21
    Vgl. Grimm, S. 468: "ertw. steht der gen. hinten, wie gewöhnlich im gothischen . . . ;" S. 469 "oder vornen, was der ahd. mundart besonders zusagt. "
  • 22
    Vgl. Isidor 13, 9 druhtin got dhîn - dominas deus tuus 9, 25 druhtine mînemo - domino meo 29, 20 gote uns er emu -Jesu nostro. Sonst aber stellt der Schreiber sogar wider die lat. WTortfolge das pron. Adj. immer voran; wie z. B. 3, 1 dhiin sedhal - sedes tua 3, 2 fora sînemu anthluttç - ante faciem ejus 3, 3 mînemu christe Cyre - Christo meo domino.
  • 23
    Vgl. Keronis Glossae. 31, stimma sîna - vocem ejus 31 ubilum unserem - malis nostris 31 tâtim unserem - actibus nostris. Hierüber sagt Grimm (S. 563, Anm.): "Schwerlich ist jenes ältere und freiere deutsche (germanische) construction, wie wir sie bei Ulf. annehmen dürfen, denn sobald z. b. der glossator nicht nachahmt und sich gehen lassen darf, stellt er das adj. voran: suazaz wort (rhythmos) Diut. 1,519a."
  • 24
    Vgl. z. B. ir_vater Nib. 7, 2; ir_ros Nib. 69, 1.86.3; irmuot Troj. 106 aber der sun mîn Parz. 56, 5; den bruoder min Parz. 6, 25; zem wirte sîn, Parz. 460, 1, usw.
  • 25
    Vgl. z. B. bei Hans Sachs, das leben mein, die muetter sein, in dem garten dein, niemals aber etwa das leben ir, usw.; vgl. Hellwig, S. 121; Grimm, S. 590.
  • 26
    Vgl. z. B. S. 65 Notker, 67 Williram, 90 Gottfried von Strassb., 118 Luther, 141 Grimmeis haus en, 155 Uhland, usw.
  • 27
    Z. B. schreibt Luther in der Prosa seiner Bibelübersetzung an den beiden Stellen (Matth. 6, 9; L. 11, 2), wo dieser Ausdruck vorliegt, unser Vater, in seinen "Geistlichen Liedern" hingegen (vgl. Hellwig, S. 118) selbst im Versin- nern Vater unser, während er doch andere pron. Adj. beim Vok. nur am Versende (d.h. nur unter dem Reimzwang) nachstellt. Bei Vater unser muss also das lat. Pater Noster auf die deutsche Wortstellung eingewirkt haben. Ebenso schreibt z. B. Grimmeishausen (vgl. Hellwig, S. 141) Vater unser 24 Mal im Gebet, während er sonst das pron. Adj. immer vor das Subst. stellt.
  • 28
    Vgl. Nygaard, Norroen Syntax, §348; Heusler, Altisl. Elementarbuch, §483; Falk u. Torp, Dansk-Norskens Syntax, §188, S. 308 ff.
  • 29
    Nur die Lieder der Alteren Edda und die skaldische Dichtung reichen in die ahd. Zeit zurück.
  • 30
    Vgl. z. B. þrymskv. 1, 2.3, 4 ok sîns hamars of saknadi ef minn hamar mcettak hitta gegen 5, 4.5. greyjum sinum gollbond snøri ok morum sinum mon jafnadi Die þrymskviða ist eins der ältesten Lieder der Edda und war (nach Finnur Jónsson, Den Islandske Litteraturhistorie, 1907, S. 53) schon im 9. Jahrhundert gedichtet.
  • 31
    Bei Snorre (Anfang des 13. Jahrh.) steht z. B. das starke attributive Adj., besonders wenn es stärker hervorgehoben wird, sehr häufig vor dem Subst. : z. B. ágœtr bar Hkr. 352, 30; mikinn her Hkr. 344, 4; sinum hor$ Hkr. 344, 15; â sannan guð Hkr. 345, 16, usw.; vgl. Nygaard, Norroen Syntax, "§348. In bezug auf die Betonung des Adj. in der Stellung vor oder hinter dem Subst. will Heusler (Altisl. Elementarbuch, §482) die Voranstellung nicht, wie dies Nygaard tut, als die stärker betonte Stellung ansehen: "Die Lage ist ähnlich wie im Französischen, nur dass die Voranstellung, als die überhaupt gebräuchlichere, keine Emphase bedingt. Es heisst stets: â sannan gu§—; aber drengr gólpr 'ein braver Kerl,' ertu skáld gott 'du bist ein guter Dichter' (zweigipflig)." Dagegen meint Nygaard (s. oben, ibid.), dass die Voranstellung die minder gebräuchlichere Stellung sei und deshalb die Emphase bedinge: "Foran stilles det, naar det skal sterkere betones, sjeidnere ellers. " Ich halte hier mit Nygaard, weil seine Annahme sich mit den Verhältnissen im Got. in Anklang steht, welche die ursprünglichen Verhältnisse auch im Nordischen vertreten müssen. In der Wortfolge, ebenso wie in der Lautlehre, vertritt das Got. gewöhnlich am deut- lichsten den altgerm. Zustand und danach sind die jüngeren EntWickelungen des Nordischen und des Westgerm, zu betrachten. Wie dem auch sein mag, bleibt die Tatsache festgestellt, dass die Voranstellung des starken attributiven Adj. im Altn. schon in der ältesten Sprache recht häufig begegnet—und zwar häufiger als im Got.
  • 32
    Vgl. meinen Aufsatz "Zum gotischen Dativ nach wairlpan mit Infinitiv, " M.L.Ns., März, 1917; und vgl. weiter in der Lautlehre das Beibehalten des alten *z im Auslaut—got. s = altn. *R, r,—das im Westgerm, schon längst geschwunden war (z. B. got. dags, altn. dagr, aber ahd. tac, alts, dag, angs. deeg, usw.).