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Credit Policy Reviewed

Jørgen Pedersen
Weltwirtschaftliches Archiv
Bd. 67, H. 1 (1951), pp. 1-20
Published by: Springer
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/40434262
Page Count: 20
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Credit Policy Reviewed
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Abstract

Die von einer Gruppe Oxforder Ökonomen vor einigen Jahren in England und vom Autor 1949 in Dänemark durchgeführten Bankenqueten haben folgendes gezeigt : 1. innerhalb weiter Grenzen ist die Nachfrage nach Krediten praktisch unabhängig von dem von den Banken berechneten Zinssatz; 2. die Banken legen eine Untergrenze der Kreditsicherheit fest und halten daran fest, ohne Rücksicht auf den jeweiligen Liquiditätsstatus ; bis zu dieser Grenze gewähren sie zum herrschenden Zinssatz Kredite, solange ihnen Zahlungsmittel zur Verfügung stehen; 3. die Banken verschulden sich, um die Kreditnachfrage befriedigen zu können, nur ungern bei der Zentralbank; 4. eine Krediteinschränkung wird durch Kreditrationierung, nicht jedoch durch Erhöhung der Zinssätze zu erreichen versucht. Es darf dabei allerdings nicht übersehen werden, daß der Zinsfuß des Kapitalmarktes einen erheblichen Einfluß auf die langfristigen Investitionen haben kann. Zur Kontrolle des Kapitalmarktzinses bieten sich zwei Möglichkeiten. Sind die Geschäftsbanken verpflichtet, beim Zentralbankensystem Mindestreserven zu halten, so hat eine Erhöhung der Reservesätze eine Verminderung der Überschußreserven zur Folge. Die Banken werden zur Krediteinschränkung schreiten, wodurch ein Ansteigen der langfristigen Zinssätze ausgelöst wird. Die zweite Möglichkeit ist die Beeinflussung des Kapitalmarktzinses durch Offen-Markt-Operationen. Im ersten Fall ist Kreditrationierung die primäre und Erhöhung der Zinssätze die sekundäre Wirkung, während im zweiten Fall eine unmittelbare Wirkung auf den langfristigen Zins ausgeübt wird. Kreditrationierung durch die Banken ist in jeder Hinsicht als unzweckmäßig anzusehen. Sie führt zu Störungen im Wirtschaftsleben. Die Banken sollten daher niemals gezwungen werden, zur Kreditrationierung zu greifen. Sie sollten immer die Kreditnachfrage der Kunden befriedigen können, die fähig und gewillt sind, den herrschenden Zinssatz zu zahlen. Zur Steuerung der Kreditnachfrage sollte allein die Offen-Markt-Politik dienen. Die Anwendung der Kreditpolitik als ein wesentliches Mittel zum Ausgleich konjunktureller Schwankungen und zur Behebung von Zahlungsbilanzschwierigkeiten wird damit ausgeschlossen. Andere Mittel, wie finanzpolitische Maßnahmen, internationale Krediterleichterungen und Variationen des Wechselkurses, müßten hier an die Stelle der Kreditpolitik treten. Damit wird ein Wandel in dem Verhältnis vom Zentralbankensystem zu den Geschäftsbanken erforderlich. Die hier vorgeschlagene Politik steht der ursprünglichen Vorstellung von der Rolle der Zentralbank sehr nahe. Kreditrationierung war dieser Vorstellung völlig fremd. Ein System variierbarer Mindestreservesätze ist zwar ungefährlich, solange von dem Recht der Änderung der Reservesätze kein Gebrauch gemacht wird. Die Versuchung, das Mittel anzuwenden, ist jedoch zu groß. Unglücklicherweise ist das amerikanische System der gesetzlichen Mindestreserven nach Deutschland exportiert worden. Deutschland sollte bestrebt sein, möglichst bald den Weg für Offen-Markt-Operationen freizumachen.

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