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Industrial Take-off in an Under-Developed Country: The Case of Finland

Eino Jutikkala
Weltwirtschaftliches Archiv
Bd. 88 (1962), pp. 52-67
Published by: Springer
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/40434940
Page Count: 16
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Industrial Take-off in an Under-Developed Country: The Case of Finland
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Abstract

Mitte des vorigen Jahrhunderts zeigte Finnland die typischen Merkmale eines wirtschaftlich unterentwickelten Landes: vier Fünftel der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft, ohne in der Lage zu sein, für sich und den Rest der Bevölkerung genügend Nahrungsmittel zu erzeugen. Der Bevölkerungszuwachs scheint wenigstens in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts schneller gewesen zu sein als die Zunahme der landwirtschaftlichen Produktion. Die Kapitalbildung war äußerst schwach, und der Mangel an Kapital war ein Grund für die langsame Industrialisierung. Die merkantile Politik der schwedischen Regierung, die das Mutterland und die Hauptstadt bevorzugte, kann kaum als Grund dafür angesehen werden, daß Finnland hinter Schweden zurückblieb — ausgenommen, daß vor dem Jahre 1765 der Außenhandel Finnlands der einschränkenden Bestimmungen wegen gering geblieben war. So veränderten die Trennung von Schweden (1809) und die Entstehung eines autonomen Großfürstentums die Voraussetzungen der Industrialisierung im wesentlichen nicht. Eine Binnenmarktindustrie in großem Ausmaß konnte nicht entstehen, weil in den Städten nur 5 bis 6 v. H. der Bevölkerung wohnten und weil die arme Landbevölkerung fast alles, was sie benötigte, zu Hause herstellte. Den natürlichen Rohstoff für die Exportindustrie boten die Wälder, aber der größte Teil Finnlands lag noch zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts so weit von den westeuropäischen Konsumzentren für Holzwaren entfernt, daß die Nullgrenze für Sägewaren in der Nähe der Südküste verlief. Ein wichtigeres Exportgut als Bretter war der Teer, aber den brannten die Bauern als Nebenerwerb, und seine Produktion hatte keine Zukunft. Dank der von Rußland gewährten Zollerleichterungen entwickelte sich Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zu einer künstlichen Exportindustrie die Metallveredlung, die sich auf die armen und verkehrsmäßig abgelegenen Erzvorkommen des Landes gründete, sowie das Spinnen und Weben von Baumwolle, die eingeführt wurde. Durch das Zusammenwirken von mehreren Faktoren verschob sich die Nullgrenze von Sägeholz in den sechziger und siebziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts bis in die östlichen und nördlichen Grenzgegenden, und Holz begann man auch als Rohstoff für Holzschliff sowie in den achtziger Jahren für Zellulose zu gebrauchen. Ein Durchbruch der Forstwirtschaft und Sägeindustrie ging vor sich, der Wohlstand des Landes begann zuzunehmen und die Selbstversorgerwirtschaft auf dem Lande zu verschwinden. Der Industrialisierungsprozeß kam in Gang, aber bis zum Ersten Weltkrieg vollzog sich das wirtschaftliche Wachstum jedoch in erster Linie in den primären Erwerbszweigen.

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