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MARIE PRUNEROVÁ A LIDOVÝ ODĚV NA TÁBORSKU

IRENA ŠTĚPÁNOVÁ
Český lid
Vol. 81, No. 4 (1994), pp. 313-322
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/42638454
Page Count: 10
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MARIE PRUNEROVÁ A LIDOVÝ ODĚV NA TÁBORSKU
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Abstract

Marie Prunerová (1877-1948) gehört der jüngeren Generation der regionalen Ethnographen an, die ihr Interesse dem Studium und den Bestrebungen nach einer Belebung der volkstümlichen Kleidung in ihrer Wirkungsstätte, in diesem Fall in der südböhtnischen Stadt Tábor, widmeten. Nach dem Studium in Prag (Lehrerbildungsanstalt und Stickereikurse unter der Leitung von Renata Tyršová und Josef Koula) kehrt M. Prunerová in ihren Heimatsort zuriick. Beeinflufit von der Atmosphäre der grofien Gestalten mit ethnographischer Ausrichtung in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts und durch das Wirken ihrer Mutter setzt sie hier das Studium der regionalen Formen der volkstümlichen Kleidung fort. Sie widmet sich einer Region, die bis dahin vemachlässigt wurde. Sie bereist Musealexpositionen und PHvatsammler, legt eine eigene Sammlung von Volkstrachten und Stickerein an und begibt sich auch aüf Forschungen im Terrain. Als Lehrerin an einer Volks-und Biirgerschule für Mädchen bezieht sie in den Unterricht der Kunsterziehung Elemente lokaler volkstümlicher Stickereien ganz in den Intentionen der damaligen, auf Bodenständigkeit beruhenden Bewegung ein. Seit dem J. 1909 wirkte sie als Lehrerin und später als Direktorin an der dortigen Gewerbeschule für Mädchen. Hier hat sie die Möglichkeit, die Ergebnisse ihres bisherigen Studiums der lokalen und sonstigen tschechischen und slawischen Trachten und der Geschichte der Bekleidung besser zu verwerten. In ihrem Nachlafi hat sich auch eine jahrelang gründlich bearbeitete methodische Anleitung für den Unterricht in den Volkstrachten erhalten, die zwar vom Lehrbuch Nauka o kroji (d. h. Lehre von der Tracht) von R. Tyršová ausgeht, aber durch die eigene Praxis bereichert ist. Zum Unterricht gehörten auch regelmäfiige Besuche des Museums und die Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern. Den Höhepunkt der volksbildnerischen Tätigkeit von M. Prunerová bildeten die Feiem anläβlich der Entstehung der Tschechoslowakischen Republik i. J. 1918, an denen sich mehr als 100 Personen in authentischen oder getreu nach der Wirklichkeit rekonstruierten Trachten der Region von Tábor beteiligten. M. Prunerová wird so zur Erbin und Nachfolgerin der alten Bemühungen nach einer Belebung und Einflihrung getreu kopierter Volkstrachten ins Leben der modemen Stadt. An den zeitlich parallellen Bestrebungen der zweiten Strömung der Bodenständigkeitsbewegung, die mit einer Stilisierung der volkstümlichen Kleidung und ihrer Elemente arbeitet, beteiligt sie sich nur am Rande. Ihr geht es um Authentizität, Reinheit und getreue Darstellung der volkstümlichen Kleidung in ihrem höchsten Entwicklungsstadium, und in dieser Form überträgt sie diese als auβergewöhnliche Festkleidung, begreiflicherweise mit starker politischer Akzentuierung, in das Mileu der modemen Stadt.

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