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VÝZNAM NÁRODOPISU VE SPOLUPRÁCI S OSTATNÍMI VĚDAMI HISTORICKÝMI

KAREL CHOTEK
Český lid
Vol. 53, No. 5 (1966), pp. 271-293
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/42699183
Page Count: 31
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VÝZNAM NÁRODOPISU VE SPOLUPRÁCI S OSTATNÍMI VĚDAMI HISTORICKÝMI
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Abstract

Im Mittelpunkt dieses Artikels steht dle Frage der Bedeutung der Zusammenarbeit der Volkskunde mit historischen und anderen Nachbarwissenschaften. Der Artikel gliedert sich in drei Teile: im ersten Teil spricht man von den Hauptmerkmalen der Volkskultur, im zweiten über die Entwicklung dieser Disziplin in der Tschechoslowakei; der dritte Teil befaßt sich mit der Analyse der Kulturrelikte zwecks Erkenntnis des frühfeudalen Dorfes. Die Volkskunde ist eine historische Wissenschaft, die Volkskultur in allen ihren materiellen, geistigen und sozialen Komponenten beschreibt und erklärt und zwar wie in geographischer, so auch in historischer Hinsicht. Das Leben und die Arbeit des Landwirtes war immer sehr kompliziert. Eine der wichtigsten Ursachen dieses Zustandes war die Abhängigkeit von der Natur, besonders von den klimatischen Bedingungen. Die Entstehung der Ackerbauwirtschaft hat keine ganz neuen Lebensverhältnisse geschaffen; sie hat Vieles von den vorigen Entwicklungsepochen übernommen und in die auf der höheren Stufe stehende Landwirtschaft eingegliedert. An der vielfaltigen Entwicklung nahmen in verschiedenen Gegenden mit ungleicher Intensität wirtschaftliche, soziale, historische und kulturelle Elemente teil. In der Landwirtschaft läßt sich auch bei bestem Willen nicht immer ein gutes Resultat sichern und dadruch unterscheidet sie sich von anderen Berufen, besonders vom Handwerk. Dadurch erklärt sich auch die Vielfäitigkeit der Volkskultur, ihre Folgerichtigkeit und das künstlerische Volksschaften. Die Volkskunde hatte also gleich vom Anfang an große und schwierige Aufgaben. Dieselben konnien nur durch zielbewufite wissenschaftliche Methoden, durch eine genügende Anzahl von Fachleuten und die materielle Hilfe bewältigt werden. Aber immer war gerade das Gegenteil der Fall. Schon die Zeit des Romantismus, die das In teresse für Volkskultur nicht nur bei wenigen Fachleuten hervorbrachte, sondern wegen ihres narionalen Inhalts auch in breiteren Kreisen, war nicht dazu geeignet, eine feste, wissenschaftliche Basis für die Volk skunde zu schaffen. Es entstanden zwar große Arbeiten von dauerndem Wert, aber es häuften sich auch mehrals in anderen Disziplinen Auslesebeschreibungen ahnetieferes Studium. Dieser Diletantismus schwächte dann für lange Zeit die Entwicklung der Ethnographie. Am Ende des vorigen Jahrhunderts häuften sich in kurzer Zeit einige bedeutende Gelegenheiten, die dem Studium der Volkskultur eine neue Richtung geben konnten: Im Jahre 1891 wurde die erste wissenschaftliche volkskundliche Zeitschrift „Český lid" gegründet, auf der Jubiläumsausstellung im selben Jahre wurde die „Česká chalupa", ein typischer Bauernhof aus der Umgebung von Turnov ausgestellt, als hervorragendes Muster der Volkskultur. Bald darauf wurde die Tschechoslawische volkskundliche Gesellschaft als wissenschaftliches Zentrum der Ethnographie gegründet. Den Höhepunkt stellte dann die im Jahre 1895 gegründete Národopisná výstava českoslovanská (Tschechoslawische volks kundliche Ausstellung) dar. Dieselbe brachte ein, in großartiger Weise bis ins Detail komponiertes Bild des Lebens und der Arbeit der tschechoslowakischen Landbevölkerung, ausgeartet mit wissenschaftlicher Präzisität und in fortschrittlichster Art. An den eigentlichen Kern dieses Bildes wurde in historischer Retrospektive auch das Leben und Schaffen anderer nationaler Schichten und Gruppen angeschlossen, wozu auch die Nachbarwissenschaften mit inhaltsvollem wissenschaftlichen Material beisteurten. Die Ausstellung wurde durch ein großes Freilichtmuseum, bestehend aus einer Anzahl von Bauten, einer Kirche und anderen Gebäuden ergänzt. Der Erfolg der Ausstellung war über Erwartung groß und dieses gesamtnationale Ereignis wirkte sich nicht nur auf die kulturellen Verhältnisse stark aus, sondern hatte auch einen durchgreifenden Einfluß auf die poli tische Entwicklung. Deshalb wird sie mit Recht zu den politischen Ereignissen gezählt, die dann zu der nationalen Selbständigkeit führten. Dies ist einer der Beweise der engen Zusammengehörigkeit zwischen Ethnographie und Nationalbewegung. — Doch das Studium der Volkskultur hat bei weitem nicht das ausgewertet, was diese einzlgartige Gelegenheit bot. Als Ursache dieses Zustandes müssen mangelhafte fachliche Vorbereitung und Mangel an Fachkräften angeführt werden. In Wirklichkeit wurde das wissenschaftliche fortschrittliche Programm nicht durch Ethnographen ausgearbeitet, sondern die hauptsächlichen Verdienste um seine Verwirklichung hatten junge Forscheranderer Disziplinen. An der Spitze dieser Fachleute stand der ausgezeichnete Sprachwissenschaftler Doz. Dr. E. Kovář. Als der erste Sekretär der Ausstellung erkannte er die wissenschaftliche Bedeutung der Volkskultur und entschloß sich, sich ganz dieser Aufgabe zu widmen. Sein breit ang elegter und ausfíihrlich durchgearbeiteter Vorschlag einer großen ethnographischen Enzyklopädie zeigt, welche Gelegenheit dieselbebot, dadurch die Volkskunde auf die höchste wissenschaftliche Stufe zu bringen. Aber der vorzeitige Tod von Doz. Kovář hat auch diese Hoffnung zunichte gemacht. Zur Erbfolgerin der Ausstellung wurde die Tschechoslawische volkskundliche Gesellschaft. Aber auch die größte Aufopferung der Mitglieder konnte nicht die Hindernisse überwinden, die sich ihr gleich am Anfang in den Weg legten. Trotzdem leistete die Tschechoslawische volkskundliche Gesellschaft eine große Arbeit auf dem Felde der Wissenschaft und in Hinsicht der gesamtnationalen Bedeutung. Im Vordergrunde stand immer die unumgängliche Notwendigkeit von neuen Fachkräften. Eine Verbesserung konnte nur durch Eingliederung des volkskundlichen Studiums in das Universitätsprogramm erfolgen. Die österreich ische Regierung wollte fedoch das Studium der tschechoslowakischen oder slawischen Volkskunde nicht gestatten. Erst im Jahre 1912 wurde diese Disziplin in die geographischen Hilfswissenschaften eingereiht. Eine ruhige systematische Arbeit wurde aber dadurch nicht gesichert. Der erste Weltkrieg und dann die Friedenskon ferenz in Paris, wo Volkskundler notwendig waren — und wo unter anderem mit Erfolg auch eine volkskundliche Ausstellung im Louvre veranstaltet wurde — bedeuteten eine Unterbrechung und brachten viel Zeitverlust mit sich. Eine neue, freudige Arbeitsepoche begann, als die ethnographische Wissenschaft an der neuen slowakischen Universität in Bratislava ein selbständ ges Katheder bekam. Ein ta tsächliches Interesse der Hörer verband sich hier mit der reichen und slowakischen Volkskultur, die noch von lebendigen Belegen der älteren Entwicklungsepochen durchdrungen war. lm Jahre 1931 ist die Volkskunde an die philosophische Fakultät der Karis Universität zu Prag übergegangen und kurze Zeit darauf ist das ethnographische Katheder an der neuen Universität in Brünn gegriindet worden. Für die Entwicklung der volkskundlichen Wissenschaft ist das Werk „Slovanské starožitnosti" (Slaw sche Altertiimlichkeiten) von Lubor Niederle von großer Bedeutung und zwar besonders der kulturelle Teil (Das Leben der alten Slawen). Dieses Werk hat definitiv die Volkskunde in die historischen Wissenschaften eingegliedert und mit zahlreichen Belegen die Bedeutung des ethnographischen Materials für die Erkenntnis der altslawischen Kultur bestätigt. In Zusammenarbeit mit der Tschechoslawischen volk skundlichen Gesellschaft wurden zwei Aufgaben notwen dig: Die Entwicklung des alten Programmes von Doz. E. Kovář und durch eine groß angelegte Synthese eine Basis für weitere systematische Arbeit zu gründen. Die zweite Aufgabe war ak tueller, weil mittels Terrainforschung und neuen Arbeitsmethoden immer noch die Möglichkeit bestand, die letzten Überbleibsel der alteri Volkskultur zu studieren. Obwohl die hauptsächlichen Hindernisse: Mangel an Fachkräften und ungenügende finanzielle Unterstiitzung auch weiterhin bestanden, wurde die Arbeit mit Erfolg fortgesetzt und durch dieselbe häufte sich sehr wertvolles schriftliches und photographisches Material. Diese Sammlung wurde im ethnographischen Seminar deponiert, verschwand hier aber spurlos, als die Universität zurzeit der deutschen Okkupation mit Milttär besetzt war.

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