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BLEVICKÉ KONCERTY

OTAKAR ŠPECINGER
Český lid
Vol. 64, No. 2 (1977), pp. 101-107
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/42700590
Page Count: 7
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BLEVICKÉ KONCERTY
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Abstract

Die in den Jahren 1865— 1907 in Blevice veranstalteten Konzerte erscheinen uns beim heutigen Rückblick als ein ausnahmsweise schönes und seltenes Dokument der Kunstliebe in der tschechischen Provinz. Sie entsprossen einer langjährigen und bedeutungsvollen Musiktradition des unteren Moldaugebietes, welche sie in einem bedeutend einzigartigen und aussergewöhnlich grossen Ausmasse bereicherten. An diesen Konzerten nahmen die breitesten Volksschichten Anteil, und zwar sowohl aktiv (als Mitwirkende), als auch als begeisterte Zuschauer und Hörer. Die Vollkommenheit, zu welcher der Veranstalter dieser Konzerte Václav Brtník mit seinen allernächsten Mitarbeitern dieselben brachte, verwandelte das unsch einbare Dorf Blevice für einige Jahrzehnte zu einem Ort, den die bekanntesten tschechischen Künstler aufsuchten. Das Ergebnis dieses Kontaktes war für das einfache ländliche Publikum mächtig, doch blieb es dennoch nur auf Blevice und dessen Umgebung beschränkt. Hingegen schöpften die Sänger und Musikanten — die allerbesten Repräsentanten der tschechischen Kunst — in Blevice unzählige und starke Eindrücke, welche für sie dann eine Kräftigung und Inspiration zu ihrer weitreichenden weiteren Schöpfung wurden. Die Konzerte führten auch zur Entfaltung des übrigen Kultur-und Gesellschaftslebens in Blevice und im Kreise Kralupy. Es wurden neue Vereine gegründet. Die Stufe der Gesangs-, Musik-und Theaterproduktionen, die mit den erstklassigsten Kunstleistungen verglichen werden konnten, steigerte sich hier ersichtlich. Diese Konzerte läuterten den Geschmak des Publikums, sowie der Mitwirkenden. Soviel von den gesamten Standpunkten. Die Konzerte hatten jedoch auch noch eine weitere, wenn auch nur rein lokale Folge. Sie vereinigten nämlich zeitweilig die einzelnen Gruppen der Einwohner von Blevice durch das gemeinsame Interesse um die hiesige Musiktradition. Die Zugehörigkeit zur Ortschaft, welche eine derartige Berühmtheit erlangte, war verbindlich und scheinbar verwischte sie auch die Klassenwidersprilche. Die Verfeinerung der Verhältnisse äusserte sich übrigens auch dadurch, dass die Ortschaft dafür Sorge trug, wenigstens die ärgste Not und Vernachlässigung von dort verschwinden zu lassen. Obzwar aber die Konzerte das Kulturleben des unteren Moldaugebietes derartig entfalteten und bereicherten, beschränkte sich doch vom politischen und wirtschaftlichen Standpunkt der erwähnte Einfluss nur auf Blevice, und zwar nur auf die Dauer der Konzerte. Davon zeugen die schweren Lebensbedingungen der Bergleute, Glashüttenarbeiter und landwirtschaftlichen Taglöhner in Otvovice, Trněný Ojezd, Koleč, Slatina und weiteren benachbarten Orten, welche allerdings neben der bewunderungswürdigen Exklusivität der Gemeinde Blevice desto mehr in den Vordergrund traten. Übrigens ähnelten vom Ersten Weltkrieg an die sozialpolitischen Verhältnisse von Blevice wiederholt und ganz und gar der Situation im übrigen Gebiet von Kralupy. Die Historie der Konzerte in Blevice bestätigte so ausser anderem auch den Umstand, dass zur tatsächlichen Befreiung und zur wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entfaltung unseres Dorfes ganz andere, vollkommen revolutionäre Wege eingeschlagen werden müssen.

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