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RODINNÉ OBŘADY A OBYČEJE UKRAJINCŮ — RUSÍNŮ NA TACHOVSKU

MARKÉTA PETRÁŠOVÁ
Český lid
Vol. 68, No. 4 (1981), pp. 214-222
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/42701290
Page Count: 9
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RODINNÉ OBŘADY A OBYČEJE UKRAJINCŮ — RUSÍNŮ NA TACHOVSKU
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Abstract

Die Ukrainer-Ruthenen kamen im Jahre 1947 im Rahmen der Reemigration der Tschechen und Slowaken aus Rumänien ins Gebiet von Tachov, Im Zeitpunkt ihrer Ankunft standen sie auf einem weitaus niedrigeren Zivilisationsniveau (Analphabetentum, retardierte traditionelle Kultur) als das tschechische Ethnikum. Im Streben nach Annäherung an ihre Umwelt gaben sie nach und nach manche Elemente des ursprünglichen Lebensstils auf, besonders jene, derentwegen sie von der tschechischen Bevölkerung am meisten verurteilt wurden. Dadurch gingen auch viele Merkmale der ethnischen Zugehörigkeit zum ukrainischen Ethnikum in der materiellen Kultur unter, es schwindet sogar die Kenntnis der ursprünglichen Sprache. So wird die geistige Kultur zum einzigen Merkmal, worin sich die ethnische Zugehörigkeit der ukrainisch-ruthenischen Gruppe äußert. Unter diesem Aspekt haben insbesondere die Familienzeremonien und -gebräuche um die wichtigsten Ereignisse im Leben des Menschen — Geburt, Hochzeit, Tod — Bedeutung. Auf die Geburt eines Kindes bezieht sich noch immer eine ganze Reihe abergläubischer Vorstellungen, vor allem solche, die Gesundheit und glilckliche Zukunft des Kindes noch vor seiner Geburt sicherstellen solien. Es bleibt auch die Funktion der Pat en („kumi") gewahrt, wenngleich vor allem ihre materielle Rolle in den Vordergrund tritt. Mehr ursprüngliche, wenngleich oft abgeänderte Elemente haben sich bei der Hochzeit erhalten. Ihre ursprüngliche Form wahrt auch die Zeremonie des Abschiednehmens der Brautleute von den Eltern, in etwas varüerter Form erhält sich auch die zeremonielle Begrüßung der Brautleute in dem Haus, wo der Hochzeitsschmaus stattfindet. Eine wichtige organisatorische Aufgabe hat noch immer der Brautvater und aus materiellen Gründen bleibt auch der Brauttanz gewahrt. Am wenigstens geändert haben sich die Begräbniszeremonien, da ihr Ablauf zum Großteil an die kirchlichen Zeremonien gebunden ist. Noch immer erhält sich das wiederholte Abschiednehmen vom Verst orbenen (sog. psotury); es erfolgt drei Abende hintereinander vor der Bestattung, dann nach 40 Tagen und einem Jahr nach dem Begrabnis. Oft erhält sich noch die Zeremonie des Abschiednehmens auf dem Hof des Totenhauses. Die gegenwärtigen ukrainisch-ruthenischen Familienzeremonien haben zwei ausgeprägte Merkmale: — die Beibehaltung jener Gebräuche, die an kirchliche- Zeremonien gebunden sind, oder jener, bei denen materielle Funktionen in den Vordergrund treten, — die Beteiligung des nichtreligiösen Bevölkerungsteiles an Zeremonien, zu denen auch eine kirchliche Zeremonie gehört. Diese beiden angeführten Merkmalesind die Folge der noch immer andauernden kulturellökonomischen Rückständigkeit dieser kleinen ethnischen Gruppe; diese Rückständigkeit zeigt sich im Festhalten an äußerlicher Zeremonialität und Traditionen und darin, daji nachgewiesen werden soli, daß man es im materiellen Bereich des Lebensniveaus mit der Umgebung aufnehmen kann. Das zweite Merkmal — die Mitbeteiligung nichtreligiöser Einwohner — läßt sich teilweise so erklären, daß die Familienzeremonien zu den wenigen Möglichkeiten eines gesellsctuiftlichen Kontaktes der Dorfbewohner gehören und demnach als wichtiger Integrationsfaktor der kleinen ethnischen Gruppe wirksam sind.

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