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BULHARSKÝ HUDEBNÍ FOLKLÓR (II)

JAROSLAV MARKL
Český lid
Vol. 60, No. 1 (1973), pp. 15-30
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/42702499
Page Count: 16
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Abstract

Kap. LIEDERARTEN UND GENRES. Die meisten Lieder widerspiegeln einen engen Zusammenhang mit den Hauptformen der Dorfwirtschaft — den Feld- und Wied erwirtsch aftsarbeiten. In den Volksbrduchen und Zeremonien blieb bis heute eine Reihe von vorchristlichen Elementen erhalten. Häufig kommen auch antitürkische Motive vor, die auf die halbtausendjährige Unterdrückung reagieren. In der epischen Schöpfung ragen Heldenlieder „junaški pesni“ hervor, die aus dem 13.—14. Jahrhun dert stammen und idealisierte Persönlichkeiten (den Königssohn Mark mit seinem Gefolge usw.), aber auch vollkommen fiktive Helden verherrlichen. Von Mut, Kraft und Klugheit singen gleichfalls jüngere Hajduklieder, die wieder mit einer Reihe von sowohl wirklichen, als auch erdichteten Räubern, hauptsächlich aus dem 17. und 18. Jahrhundert, sympatisieren. Durch ihre Altertümlichkeit zeichnen sich Lieder aus, die mit Jahresbräuchen verbunden sind, die besonders im Winter, dem Frühjahr und zur Sommerszeit nach heidnischem Glauben guts Ernte, Fruchtbarkeit, persönliches Gliick sichern, den Regen herbeirufen, Krankheiten abwenden und Naturkatastrophen abwehren usw. sollten. Elemente weisser und schwarzer Magie enthalten auch die mit Liedern funktionell durchlegten Familienbräuche (namentlich der Hochzeitszyklus). Lyrische und lyrischepische Lieder werden bei gemeinsamen freien Unterhaltung an Spinnabenden usw. („na sedjankau“, „na trapeza"), oder bei der Kollektivarbeit interpretiert. Ein selbständiges Genre bilden die Erntelieder. Kap. VOLKSKUNDEGEBIETE. Deren Grenzen stimmen gewöhnlich mit der Verbreitung der Dialekte überein und betreffen hauptsächlich Ostbulgarien mit Thrakien, die Rodop- und Pirinregionen, Gebiete von Mittelwesiund Nordwest-Bulgarien, Nordbulgarien, von Dobrudž und dem Mittelgebirge. Unterschiede zwischen den einzelnen Gebieten sind relativ unscheinbar. Sie äussern sich vorwiegend durch persönliche Geltendmachung sonst allgemein verbreiteter Äusserungsmittel und Schöpferprinzipien (Stildifferentialisierung), sowie auch proportionell unterschiedlicher Vertretung einzelner Liederarten und Genres. Für Westbulgarien ist z. B. die entfaltete Vokaldiaphoniech arakteristisch, die in den übrigen Gebieten nur sporadisch vorkommt; Weihnachtslieder werden in Nordost-Bulgarien ungefähr siebenmal häufiger gesungen als im Nordwesten des Landes usw. Kap. VOLKSTÜMLICHE MUSIKINSTRUMENTE. Das bulgarische Instrumentarium zählt an die 70 Instrumente aller vier Grundgattungen. Idiophone dienen hauptsächlich zur Klangbegleitung mancher Bräuche, zu praktischen aussermusikalischen Zwecken und auch als Kinderspielzeug. Von den Membraphonen machten sich als Begleitung zu Tänzen die Rahmentrommel „dajre“ und besonders dann die grosse beiderseitige Trommel „tǎpan“ geltend. Aerophone sind sowohl durch Zungenpfeifen (namentlich zweistimmige, seltener auch dreistimmige, grundsätzlich mit dem Mund geblasene Dudelsäcke, genannt „gajda“), als auch durch Kernspaltflöten („svirka“, „duduk", zweistimmige „dvojanka“) und besonders dann durch den technisch vollkommenen und geradezu virtuose Äusserungen ermöglichenden „kaval“ vertreten. Von den Chordophonen ist neben dem klirrenden, mit der türkischen Kultur zusammenhängenden Tamburín „tambura“ das Streichinstrument „gǎdulka“ universal verbreitet. Kap. SÄNGER UND MUSIKANTEN. Die Vokaltradition wird hauptsächlich von Frauen aufrechterhalten, während sich die Männer eher dem Instrumentoispiel widmen. Die Interpretation der meisten Lieder auch der Instrumentalmusik setzt eine unfehlbare Intonation (parallele Sekunden usw.) und einen ganz hervorragenden Sinn für den Rhytmus voraus (komplizierte Rhytmen bei wenigstens 30% von Liedern und Tanzmelodien). Beim Gesang und der lnstrumentalmusik ist die mittlere Lage (vom Bariton zum Mezzosopran) iiberwiegend; auffallend ist das Fehlen von tiefen Lagen. Die Interpretationsbegabung volkstiimlicher Sänger und Musikanten stellt einen unerschöpflichen Vorrat an künstlerischen Talenten dar, wie dies ganz objektiv die bemerkenswerten Ergebnisse namentlich der bulgarischen Sänger bei internationalen Interpretationswettbewerben beweisen. Besonders in den letzten Jahrzehnten widmet man in Bulgarien der Musikfolklore eine ganz ausserordentliche Aufmerksamkeit und Fürsorge, die sich in der Tätigkeit einer Reihe von spezialisierten, fachgemässen und popularisierenden Institutionen, dem Wirken zahlreicher Amateur- und Professionalensembles von Liedern und Tänzen und einer intensiven Publikationsproduktion äussern.

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