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K historii vzniku Kischova Tržiště senzací

JOSEF POLÁČEK
Česká literatura
Vol. 28, No. 5 (1980), pp. 428-451
Stable URL: http://www.jstor.org/stable/43744771
Page Count: 24
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K historii vzniku Kischova Tržiště senzací
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Abstract

In E. E. Kischs Nachlaß im literarischen Archiv des Museums für tschechische Literatur, Prag-Strahov, tauchte der Torso eines englisch geführten Briefwechsel zwischen Egon Erwin Kisch einerseits und den Verlagshäusern Alfred A. Knopf (New York) und dessen Partner-Verlag Putnam & (London und New York) auf. Die erhaltenen Briefe aus dem Jahre 1939 und 1940 gewähren Einblick in die Entstehungsgeschichte des „Marktplatzes der Sensationen“, der in ursprünglicher Form den Titel „Schwimmen im Tintenstrom“ führen und englisch unter dem Titel „Crawling in the inky river“ erscheinen sollte. Es zeigt sich, daß der Vertrag zwischen dem Verlag Alfred A. Knopf und E. E. Kisch bereits im Jahre 1936 abgeschlossen wurde. Noch im Spätsommer 1938, zur Zeit der sogenannten Sudetenkrise, bat Frau Knopf (die Gattin Alfred A. Knopfs) E. E. Kisch, sich in seinen Erinnerungen auf die Tschechoslowakei ? u konzentrieren, wie es auch einem anscheinend nicht erhalten gebliebenen Exposé von 9 Punkten entsprach, das Kisch Fran Knopf 1936 vorlegte. Mit den ersten 166 Seiten des Manuskriptes, die Kisch dem Verlag Alfred A. Knopf am 31. Dezember 1938 aus Frankreich übersandte, zeigte sich Frau Knopf, die nicht deutsch lesen konnte, aufgrund der Lektoratsgutachten äußerst unzufrieden. Beanstandet wurde 1. daß der Text nicht so „frisch, interessant und amüsant“ sei, wie Kischs früheren Werke, 2. daß Kisch aus seinen älteren Büchern Episoden übernehme und ganz besonders 3. daß Kisch nicht damit rechne, seine Erinnerungen 1933, in die Gegenwart weiterzuführen und seine Inhaftierung in Deutschland 1933, seine Flucht vor den Nazis, seine Australienreise und seine gegenwärtige Tätigkeit einzubeziehen. Mit Punkt 1), der sich aus den Umständen erklärt, unter denen Kisch, damals noch im freiwilligen Exil, arbeitete, war Kisch einverstanden und bereit, an seinem Manuskript weiter zu feilen, bei Punkt 2) währte er sich, indem er darauf hinwies, er könne keine Erinnerungen schreiben, ohne die wichtigsten Episoden zu erwähnen, die ihn aufgrund früherer Veröffentlichungen berühmt machten, Punkt 3 wies er ab: es widerspreche dem ursprünglichen Sinn des Werkes sowie dem ursprünglichen Plan und dem Exposé, das Werk bis in die Gegenwart weiterzu führen. Außerdem sei es unmöglich, da das Werk um die Ereignisse von mindestens 25 Jahren erweitert-werden müßte und somit um etwa 800 Seiten, was eine Arbeit von mehreren Jahren in Anspruch nehmen würde. Diese Auseinandersetzung, in die sich der Verlag Putnam & wie es scheint, nicht einmischte, fand zu einer Zeit statt, als Kisch, der ja tschechoslowakischer Staatsangehöriger war, vom freiwilligen zum wirklichen Exulanten wurde: Mit dem 15. März 1939, der Okkupation des Restes der ehemaligen Tschechoslowakischen Republik, war ihm nämlich die Rückkehr in seine Heimat ver währt. Kisch, der in Frankreich 1939 unter äußerst schwierigen Umständen lebte, konnte den neuen Anforderungen des Verlags Alfred A. Knopf nicht entgegen kommen. Im Dezember 1939 begab er sich aus Frankreich nach New York und schickte dem Verlag wahrscheinlnch von hiei aus einen weiteren Teil seines Manuskriptes. Da er an der Konzeption nichts geän dert hatte, wurde der Vertrag seitens des Verlags Alfred A. Knopf gekündigt. Aus einem Briefkonzept E. E. Kischs geht hervor, daß sich dieser fügte. Kisch arbeitete dann anscheinend an seinen Erinnerungen in den USA und in Mexiko weiter. Sie erschienen zunächst englisch im Verlag Modern Age Books (New York) gegen Ende des Jahres 1941, und erst dann (im Juli 1942) deutsch im Verlag Das freie Buch, Mexiko, wobei za erwähnen ist, daß diese beiden Ausgaben nicht in jeder Hinsicht identisch sind. Der Briefwechsel zwischen E. E. Kistch und den beiden Verlagshäusern wird in tschechischer Übersetzung wiedergegeben. Wiedergegeben wird auch (ebenfalls in tschechischer Übersetzung) ein von E. E. Kisch deutsch abgefaßter handschriftlicher Entwurf eines Begleitwortes zu seinen Erinnerungen, betitelt „Schwimmen im Tintenstrom“ und datiert „1. Juni 1938“. Hier heißt es u. a. bezeichned: „Die Journalistik, den Wunsch, als erster eine Nachricht zu haben, die Jagd nach der Sensation, den Sport des Aufspürens von Details, all das, was des Autors Leidenschaft von Kindheit an war, lehnt er heute aus literarischen und politischen Gründen ab, er lehnt es ab, nur deshalb zu schreiben und deshalb gelesen zu werden, weil er etwas Interessantes zu bringen hat." Diese Behauptung dämpft er dann zum Schluß pointierend ab, indem er auf die selbstgestellte Frage: „ . . . warum schreibt er dann sein Buch und warum sollen wir es lesen?“ antwortet: „Weil er etwas Interessantes zu berichten hat.“ Diesen Text hat Kisch nie veröffentlich und ließ auch alle von ihm selbst vorbereiteten Ausgaben seines „Marktpltzes der Sensationen“ ohne Begleitwort.

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